CSU Petershausen

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Streit um die Standorte geplanter Investitionen schwelt weiter

Christian Klotz
Stadtmarketing-Guru Christian Klotz gab seine Vorstellungen eines
Ortkernkonzeptes am 11.01.12 in der Mehrzweckhalle wieder.

Der Gewerbeverein Petershausen hat Christian Klotz aus Bad Reichenhall gebeten, seine Beurteilung in dem seit Wochen entflammten Standortstreit für ein Ärztezentrum und für einen Lebensmittelvollsortimenter zu geben. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen referierte und diskutierte er auf einer Veranstaltung in der Petershauser Mehrzweckhalle.

Hier gibt eine auf etwa 15 Minuten gekürzte Fassung des Vortrags von C. Klotz als YouTube-Video.

Erhitzte Gemüter

Seit Wochen sind die Gemüter der Petershauser Bürger hoch erhitzt. Der von ortsansässigen Ärzten in Erwägung gezogene Bau eines Ärztehauses an der Ziegeleistraße wird an diesem Standort von Bürgermeister Günter Fuchs und den Gemeinderäten der CSU skeptisch betrachtet. Die Verlagerung eines im Ortszentrum angesiedelten Einkaufsmarktes an einen Standort westlich der Bahn sehen einige Bürger als Beeinträchtigung ihrer Gewohnheiten und als hinderlich für ihre zukünftige Versorgung. Das nach dem Umzug des Vollsortimenters frei werdende Gelände ist von einem zweiten Investor als möglicher Standort eines Ärztehauses genannt worden.

Petershausen
Übersichtsplan Petershausen (klicken
für größeres Bild in neuem Fenster)

Diese Tatsache erregt wieder den Unmut einiger Bürger, weil doch ortsansässige Ärzte eben dieses Ärztehaus westlich der Bahn planen. Hochemotionell werden seit Wochen Leserbriefkampagnen geführt, die Meinungen der Bürger sind gespalten. Die Mehrzweckhalle füllten annähernd 500 Besucher, als der Stadtmarketing-Guru Christian Klotz seine Statements zu den Standortfragen in Petershausen referierte.

Für die künftige Ortsentwicklung seien die beiden derzeit präferierten Standorte wenig sinnvoll: Bei der Realisierung hätte Petershausen vier Zentren statt bisher zwei (Bahnhofsstraße und Gewerbegebiet). Heute sei die Ortsmitte eher um den Pertrichplatz. Sinnvoll sollte sie aber die Bahnhofsstraße von der Drogerie Hecht bis zum Radgeschäft Ziller favorisiert werden.

Der Gemeinderat und der Bürgermeister hätten die Aufgabe, über einen noch zu erstellenden Ortsentwicklungsplan die Investitionen in diesem Bereich zu bündeln. Klotz zu diesem Thema: "Geschäft wird dort gemacht, wo sich die Ärsche reiben." Ruhe und Entspanntheit seien kein Anziehungspunkt für Kunden. Klotz ist überzeugt, wenn die beiden Standortentscheidungen als Einzelfall behandelt werden, entzieht das dem Ort täglich 2000 Kunden. Das würde den jetzt ansässigen Handwerkern, Dienstleistern und Händlern einen großen Teil der Existenzgrundlage entziehen.

Gemeinderat muß entscheiden

Mehrzweckhalle
Eine sehr gut besetzte Mehrzweckhalle konnte der Gewebeverein für
seine Veranstaltung über ein Ortskernkonzept vermelden.

Um die Geschäftswelt des Ortes zu erhalten, ja zu beleben, müsste der politische Wille des Kommunalparlaments einhellig für ein nachhaltiges Konzept sein, dass vor irgendwelchen Standortentscheidungen entwickelt werden müsse. Ziel sollte sein, dass der Kunde im Ortszentrum alle ihm gerade im Sinn stehenden Erledigungen und Einkäufe erfüllen kann, fußläufig und ohne sein Auto für den nächsten Laden erneut 500 m weit bewegen zu müssen. Für diese Forderung werde es unabdingbar sein, rund 500 Kundenparkplätze östlich der Bahn in Zentrumsnähe zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat müsse die Investoren zwingen, im Ortszentrum ihr Geld anzulegen.

Das würde das Zentrum verdichten und bündeln, sogar die Immobilien aufwerten. Diese Erkenntnisse trafen bei weitem nicht die Zustimmung einiger Gäste, wie sich bei der Diskussion im Anschluss an den Vortrag von Klotz entnehmen ließ. So wollten die planungswilligen Ärzte nur von einer Verlegung einzelner Arztpraxen gesprochen haben, mit einem Ärztezentrum wären diese Gedanken weit über das Ziel hinaus geschossen.

Erich Kraus stellte die vorgeschlagene Zentrums-Definition in Frage, wäre doch die Bahn die Lebensader des Ortes, links und rechts der Bahn sei Petershausen. Andrea Stang (FW) fühlte sich bei der Konzepterstellung übergangen  und Elisabeth Kraus (FW) gab der Versammlung ihre Dankbarkeit zur Kenntnis, dass ihrer Meinung nach bezogen auf die uninformierten Freien Wähler die Veranstaltung die Aufgaben des Bürgermeisters übernommen hätte. Wolfgang Stadler (SPD) wollte die Veranstaltung als Kabarett sehen, denn er zweifle daran, dass Klotz in zwei Tagen mehr wisse, als ein jahrzehntelang erfahrener Gemeinderat. Er gab zu verstehen, dass die Grundstücksbesitzer im Ort bei solchen Gedanken überhaupt nicht mitspielen, im Übrigen sei von den vor sieben Jahren von Klotz gemachten Vorschlägen kein einziger realisiert worden. Ein Einzelhändler brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Ansiedlung des Vollsortimenters noch näher an sein Geschäft wohl seinen Umsatz entscheidend reduzieren würde.

Die höchst emotionsgeladenen Diskussionen wurden nach Beendigung der Veranstaltung in kleinen Kreisen intensiv fortgesetzt. Die Lager für und wider der jetzt vorliegenden Standortgedanken werden mutmaßlich sich noch länger leidenschaftlich äußern. Ob und wann eine Entscheidung getroffen wird, liegt beim Gemeinderat.

Walter Hueber (12.01.12)

Wikipedia definiert eine Innenstadt so:
Die Innenstadt (in der Schweiz mancherorts auch Innerstadt) ist der innere Teil einer Stadt, auch unter Betonung der Funktion im Stadtgefüge als City oder allgemein Stadtzentrum oder Stadtmitte bezeichnet, in dem sich meist alle wichtigen Verkehrswege und Versorgungswege treffen, ineinander münden oder kreuzen. Des Weiteren konzentrieren sich hier Handel, Dienstleistungseinrichtungen der Stadt und, je nach Status der Stadt, regionale Verwaltungen, Bahnhöfe und Busbahnhöfe (ZOB) - also Einrichtungen des tertiären Sektors. Wegen der hohen Bodenpreise gibt es eine Tendenz zur Bebauung mit Hochhäusern und zu hoher Bebauungsdichte sowie einer geringen bzw. schrumpfenden Wohnbevölkerung und einer hohen Zahl von Einpendlern. Eine genauere Abgrenzung kann über den Schaufensterindex, den CBD-Höhenindex und den CBD-Intensitätsindex erfolgen ...

Benno Huber (li.)
Ernennung von Benno Huber (links) zum Ehren-
vorsitzenden des CSU-Ortsvereins im März 2011

Benno Huber verstorben

Der CSU-Ortsverband Petershausen trauert gemeinsam mit der Frauen-Union Petershausen um sein langjähriges Mitglied und seinen ehemaligen Ortsvorsitzenden, Ehrenvorsitzenden, 2. Bürgermeister a.D., Gemeinde- und Kreisrat a.D., Herrn Benno Huber sen. Er ist viel zu früh gegangen und wird uns sehr fehlen.

Wir fühlen uns mit seiner Familie innig verbunden und wünschen ihr viel Kraft und Zuversicht. Herr Huber war ein engagierter, mit seiner Heimat tief verwurzelter Petershausener. Er hat sich in vorbildlicher Weise für die CSU und die Allgemeinheit eingesetzt.
Robert Götz (19.08.11)

Der Bürger hat das Wort

Am Beginn jeder öffentlichen Gemeinderatssitzung hat jetzt der Bürger das Wort. Dabei haben alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Petershausen die Möglichkeit, in allen öffentlichen Angelegenheiten, die die Gemeinde berühren, Anfragen, Anregungen oder Verbesserungen an den Vorsitzenden und den Gemeinderat zu richten.

Auf Antrag von Gerhard Grund hat sich der Gemeinderat in der Sitzung vom 28.07.2011 dafür ausgesprochen, den Bürgern diese Frage-Viertelstunde anzubieten. Hiermit hat die CSU den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger neben den jährlichen Bürgerversammlungen und den offiziellen Wahlen eine weitere Möglichkeit gegeben, ihre Anliegen zeitnah dem Bürgermeister und dem Gemeinderat vorzutragen.

EttalEttal und Walchensee

Einen Einblick in das klösterliche Leben gewannen die Teilnehmer der von der CSU/FU Petershausen organisierten Fahrt in den Alpenraum am 18. Juli 2011.

Betrachtete man den ganzen Tag als Gottesdienst, vorgelebt von den Mönchen der Benediktiner-Abtei Ettal, so fügten sich die unterschiedlichen Arbeitsbereiche als Teil eines großen Ganzen zusammen; jeder sei gerufen, seine Kräfte und Begabungen in dem ihm zugedachten Bereich zum Wohle der Menschen einzusetzen.

Anschaulich präsentiert wurde dies beim Besuch der Abtei, aber auch der zum Kloster gehörenden Betriebe, wie der Destillerie und der Käserei.

BesuchergruppeWeniger spirituell, aber dennoch ebenso eindrucksvoll war der anschließende Besuch mit Führung durch das Industriedenkmal Walchenseekraftwerk, welches seit 1924 Energie ins Stromnetz liefert. Das 2001 neu eröffnete Besucherzentrum wird jedes Jahr von knapp 100.000 Interessierten besucht.

Die Veranstalter bedanken sich bei allen Teilnehmern für das Interesse, hoffen, dass für jeden etwas dabei war und dass das Wetter beim nächsten Mal etwas entgegenkommender sein wird.